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Neues Staumanagement auf Autobahnen der Region  

Mit einem neuen Konzept versucht die Polizeidirektion Böblingen lange Staus nach Unfällen deutlich zu minimieren. Ein "Bergemanager" ist der Dreh- und Angelpunkt des Konzepts. 

 

Gegen den Autobahnstau –  beschleunigte Bergung liegen gebliebener Fahrzeuge

 

Verkehrsunfälle ereignen sich in der Regel binnen Bruchteilen von Sekunden – die anschließende Bergung nicht mehr fahrbereiter Fahrzeuge zieht sich dagegen oftmals über Stunden hin. Vor allem dann, wenn liegen gebliebene Havaristen Autobahnen ganz oder auch nur teilweise blockieren, bricht nicht selten in der Region das Chaos aus. Lange Staus und völlig überlastete Umleitungsrouten sind die Folge.

Wer kennt diese Meldungen aus dem Radio nicht, in denen es heißt, dass nach einem Verkehrsunfall alle Fahrspuren einer Autobahn dicht sind? „Eines gleich vorweg: Zaubern – freilich – können auch wir nicht“, so die realistische Einschätzung von Rudi Denzer, dem Leiter der Polizeidirektion Böblingen, dessen Autobahnpolizeirevier Stuttgart für weite Teile des Geschehens auf den Autobahnen in der Region zuständig ist. „Aber eine Überprüfung der aktuell gängigen Praxis rund um das Thema ‚Bergen und Abschleppen’ hat ergeben, dass noch nicht alle Potenziale zur Beschleunigung dieser Arbeiten ausgeschöpft sind.“ Als zentrales und gleichsam zeitintensivstes Problem hat sich in der Vergangenheit immer wieder die mangelhafte Einschätzung der bisweilen komplizierten Bergesituationen herausgestellt. Gerade bei liegen gebliebenen Lastwagen stellt die Autobahnpolizei oftmals fest, dass verständigte Abschleppunternehmen die ihnen gestellte Aufgabe aufgrund fehlender Ausrüstung oder Erfahrung nicht bewältigen können. Das hat zur Folge, dass in manchen Fällen bis zu drei oder vier Abschleppunternehmen nacheinander zu einem havarierten Fahrzeug gerufen werden müssen, ehe sich ein Dienstleister findet, der dann tatsächlich im Stande ist, den Auftrag zu meistern. „Und weil sich jeder Abschlepper durch den in der Regel mit jeder Minute immer länger werdenden Stau kämpfen muss, ufern manche Bergemaßnahmen zeitlich völlig aus. Das ist ein Missstand“, so Rudi Denzer, „dem wir mit einem neuen Konzept begegnen wollen.“

Dreh- und Angelpunkt der Neuausrichtung ist die Einführung eines sogenannten Bergemanagers, der bereits in einem sehr frühen Stadium nach dem Eingang einer Havaristenmeldung verständigt wird. Im Idealfall geschieht dies schon wenige Minuten nach Meldungseingang, so dass der Berge- und Abschleppspezialist ähnlich schnell wie die übrigen Einsatzkräfte am Ort des Geschehens eintreffen kann. Dass ein solcher Fachmann selbstverständlich nur zu mutmaßlich schwierigen Bergungen hinzugezogen wird, versteht sich von selbst. Aufgabe des Bergemanagers vor Ort ist es dann, die sich darstellende Situation zu bewerten. Konkret: welche technischen Hilfsmittel sind notwendig, um die Bergung rasch voranzutreiben und welche Probleme könnten sich auftun? In einem weiteren Schritt verständigt der Bergemanager schließlich Abschlepp- und Bergeunternehmen aus der Nähe, die sowohl über die nötigen Spezialgeräte, als auch das notwendige Know-How verfügen. Der in der Regel ebenfalls einem Abschleppunternehmen angehörende Bergemanager hat die Arbeiten in der Folge bis zum Abschluss zu begleiten und Sorge dafür zu tragen, dass diese reibungslos ablaufen. Die entstehenden zeitlichen Verzögerungen durch immer wieder neu hinzu gezogene Berge- und Abschleppfahrzeuge sollten damit endgültig der Vergangenheit angehören.

Rudi Denzer jedenfalls ist zuversichtlich, dass auf diesem Weg die Arbeiten an einer Unfallstelle spürbar beschleunigt werden können. Schließlich sei es auch eine der Aufgaben der Polizei, für die Leichtigkeit des Verkehrs sorgen – „Was in Anbetracht der immensen Verkehrsbelastung rund um Stuttgart ohnehin nur sehr begrenzt zu bewerkstelligen ist. Wir wollen aber nichts unversucht lassen, um die Beeinträchtigungen der Verkehrsteilnehmer weiter zu minimieren“, wie Denzer feststellt.

Weitere Informationen zu der neuen Praxis beim Abschleppen von liegen gebliebenen Fahrzeugen und zur Gewinnung der Bergemanager erhalten Interessierte (auch Unternehmer) über den Download-Bereich auf der Startseite rechts.