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Der Auerhahn das Wappentier des Landkreises Freudenstadt 
Geschichtliches 

Der Kreis Böblingen und die Historie der Polizeidirektion Böblingen

Zahlen - Daten - Fakten

Der Landkreis Böblingen geht auf das alte gleichnamige württembergische Oberamt zurück, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals verändert und 1938 in den Landkreis Böblingen überführt. Damals wurden nahezu alle Gemeinden des aufgelösten Oberamts Herrenberg sowie einige Gemeinden des Amtsoberamtes Stuttgart dem Landkreis Böblingen angegliedert. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Böblingen um einige Gemeinden des Landkreises Leonberg (die anderen kamen entweder zum Landkreis Ludwigsburg oder zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe) sowie um einige Gemeinden des Landkreises Calw vergrößert. 1975 gab er noch zwei Gemeinden an den Landkreis Esslingen ab. Damit erreichte er seinen heutigen Umfang. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Böblingen noch 26 Gemeinden, darunter neun Städte und hiervon wiederum vier „Große Kreisstädte“ (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen). Größte Stadt des Kreises ist Sindelfingen, kleinste Gemeinde ist Deckenpfronn.

Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1973 286.618
31. Dezember 1975 288.385
31. Dezember 1980 305.725
31. Dezember 1985 310.431
27. Mai 1987 315.677
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1990 334.602
31. Dezember 1995 351.027
31. Dezember 2000 364.987
31. Dezember 2005 372.155
31. Dezember 2008 372.827
Entwicklung der Polizei Böblingen

Im August 1945 wurde die Gendarmerie des Kreises Böblingen per Runderlass aufgelöst und die verschiedenen Polizeieinheiten in die neu geschaffene Polizeiorganisation mit dem Namen „Landespolizei“ in Württemberg-Baden eingegliedert. Ein überwiegender Teil der Gendarmeriebeamten musste wegen Mitgliedschaft in der NSDAP wegen der politischen Belastung den Dienst quittieren. Diese Entlassungen waren zwingende Forderungen der US-Militärregierung. Aufgrund dessen musste die Landespolizei weitgehend mit politisch unbelasteten Berufsanfängern aufgebaut werden.

Im November 1945 legte das Innenministerium den Organisationsplan für den Neuaufbau der Landespolizei vor. Dieser zufolge wurde eine Direktion in Stuttgart als obere Führungsebene nach dem Innenministerium  und drei Distriktskommissariate als nächste Führungsebene sowie Kommissariate der Landespolizei der damals bestehenden 19 Landkreise im Landesteil Nordwürttemberg und des Landes Württemberg-Baden eingerichtet. Dem Distrikt 1 waren damals die Kommissariate Esslingen, Nürtingen, Böblingen, Leonberg, Vaihingen/Enz, Ludwigsburg und Waiblingen nachgeordnet. Die Distriktskommissariate wurden bereits 1950 wieder aufgelöst. An ihre Stelle trat der Inspektionsbezirk Stuttgart. In den Landkreisen waren die Landespolizei-Abteilungen (je nach Größe des Landkreises) und die Landespolizeiposten nachgeordnet. Außerdem gehörte zu jedem Kommissariat auch eine Detektivabteilung, in der die Kriminalpolizei zusammenfasst war.

Die Landespolizei war für diejenigen polizeilichen Anlässe zuständig, für die die Gemeindepolizei nicht zuständig war. In Gemeinden über 5000 Einwohnern war der jeweilige Bürgermeister für die Polizei verantwortlich, die -wie die Landespolizei- über Schutz- und Kriminalabteilungen verfügte und zudem die Aufgaben einer Wirtschaftsabteilung hatte, die für das Ausweis, Jagd-, Führerschein, Sprengstoffwesen zuständig war und zudem zahlreiche Aufsichtsverpflichtungen hatte. Die kommunalen Polizeibehörden waren jedoch schnell mit diesen Aufgaben überfordert, wonach im April 1956 das neue Polizeigesetz nur noch Kommunen über 75000 Einwohnern eine kommunale Polizei zugestanden wurde. Die Aufgaben des Polizeivollzugs gingen an die Landespolizei über.

Das Polizeikommissariat Böblingen hatte 1945 ein Personalstamm von 90 Beamten. Tatsächlich waren nur 48 Beamte im Dienst, die um weitere 15 Mann im Rahmen der Entnazifizierung reduziert wurden. Der damalige Kommissariatsleiter Karl Rommel war mit diesem äußerst geringen Personalbestand völlig unzureichend ausgestattet. Zahlreiche kriegsbedingte Umstände im Kreis sorgten für eine hohe Zahl an Straftaten, so dass seine Beamten regelmäßig 70 bis 80 Wochenstunden Dienst verrichten mussten. 1947 konnte er aber  bereits auf einen Stamm von 107 uniformierten Beamten und sechs Kriminalbeamte blicken. Zusätzlich standen ihm zehn Angestellte zur Verfügung. Ein Jahr später legte er bereits eine Kriminalstatistik vor: 2988 Strafanzeigen wurden von den Beamten gefertigt. Darunter befanden sich auch ein Mord, 20 Sittlichkeitsverbrechen und 193 schwere Diebstähle, aber auch 19 Fälle der Landstreicherei. 1950 besaß das Kommissariat Böblingen übrigens ganze vier Dienstkraftfahrzeuge: Zwei VW Käfer, ein BMW-Gespann und eine Mercedes-Limousine. 1954 zog sie in den Fruchtkasten auf dem Schlossberg ein, wo die spätere Polizeidirektion bis 1990 untergebracht war. Im April 1956 wurden durch einen Randerlass der damaligen Landespolizeidirektion Nordwürttemberg eine Landespolizeiabteilung Böblingen-Stadt und Sindelfingen-Stadt (die späteren Polizeireviere) eingerichtet. Durch die Verstaatlichung der Gemeindepolizeien übernahm das Kommissariat Böblingen von den Städten im Kreis damals 40 Polizeibeamte.

1968 wurde das Polizeigesetz abermals geändert, was sich auch auf die Polizei-Organisation auswirkte. Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg und Ulm wurden Polizeidirektionen. Böblingen und Leonberg blieben ein Polizeikommissariat. Sindelfingen und Herrenberg und Böblingen-Stadt wurden zu Polizeirevieren umbenannt, denen auch Polizeiposten den Landgemeinden nachgeordnet wurden. Nach der Kreisreform 1973 erhielt auch das Kommissariat Böblingen den Status einer Polizeidirektion. Grund war die Auflösung des Landkreises Leonberg, wodurch die Einwohnerzahl von 220.000 auf knapp 300.000 anstieg. Verloren hat aber der Kreis die Gemeinden Leinfelden und Musberg, die dem Kreis Esslingen zugeschlagen wurden. 1975 wurde der Direktionsleiter Karl Rommel nach knapp 30 Jahren im Chefsessel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nachfolger wurde Polizeioberrat Wolfgang Walcher, der bis 1995 die Direktion leitete. Bei Beginn seiner Tätigkeit verfügte die Direktion Böblingen noch über einen Personalstamm von 315 Beamten,  1996 waren es bereits 547 Beamte. Die Kriminalstatistik verzeichnete aber 1975 noch rund 8500 Straftaten im Kreis, zehn Jahre später schon knapp 14000 und 1995 knapp 17000.

Im Dezember 1990 ging für die Beschäftigten der Direktion ein Traum in Erfüllung. Sie durften in ein modernes Gebäude, das in der Talstraße gebaut worden war einziehen. Damit waren alle ausgelagerten Einheiten wieder unter einem Dach und die zum Teil unzeitgemäße Unterbringung endlich Vergangenheit. Zwischenzeitlich sind aus Kapazitätsgründen, die Beschäftigten der Verkehrspolizei in ein Gebäude in der Hanns-Klemm-Straße ausgelagert. Die Autobahnpolizei Stuttgart verblieb an ihrem ursprünglichen Sitz in Vaihingen, ebenso die Diensthundeführer. 

Die Organisation der Polizeidirektion und in Teilbereichen änderte sich bis heute immer wieder aufgrund von strukturellen Anpassungen. Zu den vier Polizeirevieren gesellte sich durch die Auflösung der Autobahnpolizeidirektion Stuttgart und Umwandlung in ein Autobahnpolizeirevier Stuttgart im Januar 2005 ein Fünftes hinzu. Die Postenreform ab 2004 forderte dem schwindenden Personalkörper bei der gesamten Polizei ebenfalls Tribut. Von den ursprünglich 19 Polizeiposten sind jetzt noch zehn übrig geblieben. Allerdings ist keiner davon unter 5 Mann/Frau stark und größtenteils in modernen zeitgemäßen Büros untergebracht.